Alternativer Spatenstich für München und Oberbayern

Am 5. April werden Bund, Land und Stadtregierung mit großem Pomp den Spatenstich für die 2. Stammstrecke in München feiern.
Viele Milliarden – mindestens 3,8 – werden dort verbudddelt und deshalb andernorts fehlen. Dringend notwendige, sinnvollere und kostengünstigere Verbesserungen im ÖPNV werden deshalb auf Jahrzehnte auf Eis liegen. Deshalb begehen die Grünen an verschiedenen Stellen der Stadt München und im Umland „alternative Spatenstiche“.  Wir müssen das Geld richtig einsetzen – dort, wo die Schwachstellen sind und dort, wo es den Pendlerinnen und Pendlern am meisten nützt!

Für den Raum München hat die Landtagsfraktion das Konzept „S-Bahn 2030“ präsentiert, das u.a. einen 10-Minuten-Takt auf allen Linien mittels eines S-Bahn-Südrings und weitere Tangentialverbindungen vorsieht. (Pressemitteilung der Landtagsfraktion zum Alternativen Spatenstich.)

Tram-Nordtangente durch den Englischen Garten

Der OV Schwabing beim Spatenstich für die seit fast 100 Jahren geplante und vom Stadtrat 1991 und 2006 beschlossene Tram-Nordtangente durch den Englischen Garten, wo Rasengleise die bestehende Asphalt-Schneise durch den Garten ersetzen könnten – Oberleitungen sind übrigens nicht nötig.

Die Tram-Nordtangente verbindet Neuhausen mit Bogenhausen auf direktem Wege, schließt an andere Tramlinien an und erspart komplizierte Umsteigereien oder umständliche Fahrten von Neuhausen nach Bogenhausen z.B. über das Sendlinger Tor. Ein Nutzen-Kosten-Faktor von 2,2 schlägt den miserablen Nutzen-Kostenfaktor des 2. Tieftunnels (knapp 1,0) um Längen. Der Tunnel aber lässt kein Geld für die Nordttangente übrig.

 

Unter-/oberirdische Verlängerung der U2 bis Dachau

Der OV München-Nord beim alternativen Spatenstich: Die Verlängerung der U2 von Feldmoching über Ludwigsfeld, Karlsfeld nach Dachau gibt uns die Chance, dass Berufspendler zu BMW und MAN vom Auto auf öffentliche Verkehrsmittel umsteigen. Die Bewohner des Münchener Nordens können endlich den DB-Fernverkehr nach Norden erreichen ohne den Umweg über den Münchner Hauptbahnhof.

 

S-Bahn Nordring

Die Trasse ist quasi schon da. Es braucht nicht mehr sehr viel, um den Nordring zu realisieren und um den Norden mit einer tangentialen Querung optimal in das S-Bahnnetz zu integrieren. Anbindungen Richtung Ingolstadt, Freising, Flughafen – der Norden wäre erschlossen.
 

 

 

S-Bahn-Südring und U-/S-/Regionalbahn-Knotenpunkt Poccistraße

Auch an der Poccistrasse liegen die Schienen bereits da: Jetzt geht es darum, das Potential aus diesem ungenutzten Knotenpunkt herauszuholen, indem neue Umstiegsmöglichkeiten geschaffen werden. Neben der existierenden Haltestelle der U3/U6 könnte ein zusätzlicher Halt für die sowieso hier verkehrenden Regionalzüge (u.a. von der Rosenheimer Strecke) und für die S-Bahn auf dem Südring geschaffen werden. Wir müssen weg vom Denken, dass alle Pendler*innen über Hauptbahnhof und Marienplatz geschleust werden.

 

 

 

S-Bahn-Südring – Umsteigebahnhof Kolumbusplatz

„Die 2. Stammstrecke verhindert Nahverkehrsprojekte in München und ganz Bayern! Wir Grünen hätten Ideen für dringendere Projekte – die zudem kostengünstiger und effektiver sind. Am Kolumbusplatz wäre z.B. ein Ausbau des Umsteigebahnhofs für die Bevölkerung unerlässlich!“, kommentiert Ludwig Hartmann, Fraktionsvorsitzender im Landtag, die Aktion. Mit am Spaten: Margarete Bause, MdL, und Markus Ganserer, Verkehrspolitischer Sprecher der Grünen im Landtag.

 

 

Schnellradweg Garching – München Hauptbahnhof

Viele Menschen können und wollen –  auch größere Distanzen von 20 – 30km mit dem Rad zur Arbeit pendeln. Dazu braucht es Radwege die ausreichend Platz und Vorrechte haben. Die Pläne dazu liegen in den Schubladen – raus damit und umsetzen!

 

Tram 23, 24 und Expresstram

Der Norden von München wächst. Immer mehr Firmen wollen sich dort ansiedeln. Parallel wachsen im Norden die Wohngebiete. Das alles muss gut und schnell vernetzt werden. Tram 23 und 24 sind die seit langem notwendigen Tangentialverbindungen im Norden. Ergänzt um eine Expresstram ist sie auch für Berufspendler eine schnelle und effiziente Alternative – und für die Fußballfans vom FC Bayern München.

Verlängerung der U6 nach Martinsried

Am Sonntag, dem 2. Februar 2017, war’s endlich soweit! Mitglieder des Ortsverbandes Hadern-Blumenau feierten vor der U-Bahn-Station Klinikum Großhadern die erste Bauphase der schon lange erhofften Verlängerung der U6 nach Martinsried. Peter Heilrath, Direktkandidat für den Bundestag im Wahlkreis München-Süd, wurde eingeladen, den ersten Spatenstich zu tätigen. Er begrüßte diese notwendige Ergänzung des Münchner U-Bahn-Netzes vor allem als sinnvolle Anbindung von zahlreichen Werktätigen an das Gewerbegebiet Martinsried und die Max-Planck-Institute.

 

 

Zweigleisiger Ausbau der S 7 in Richtung Kreuzstraße

Mit einem Spatenstich bekräftigen die Grünen aus Aying und dem Landkreis München ihre Forderung, die Strecke der S7 zweigleisig auszubauen. Die Grünen fordern die Staatsregierung auf, unverzüglich die offizielle Ausbau-Planung bei der Deutschen Bahn zu veranlassen und für die Finanzierung zu sorgen.

„Mit Visionen lassen wir uns nicht abspeisen, das ist Baldrian für das Umland. Wir wollen Fakten sehen. Wir verlangen von der Staatsregierung, sich den Grünen im Bundestag anzuschließen und bei Finanzminister Schäuble die Verdreifachung der bundesweiten Fördermittel von 333 Mio. EUR auf eine Milliarde Euro pro Jahr zu fordern. Sonst blockiert die zweite Stammstrecke den Nahverkehrsausbau für die nächsten 30 Jahre“, so Volker Leib aus dem Kreisvorstand der Landkreis-Grünen. Christine Squarra, grüne Gemeinderätin in Aying ergänzt: „Die Außenäste der S-Bahn müssen jetzt ausgebaut werden, nicht erst in Jahrzehnten. Wenn der Takt nicht verbessert wird, fahren die Leute mit dem Auto, da hilft die zweite Stammtrecke nicht.“

Diese Forderung teilt auch der OV M-Ramersdorf-Perlach und nimmt den Spaten einige Kilometer „gleisaufwärts“ selbst in die Hand. Denn mit dem zweigleisigen Ausbau der S7 Richtung Kreuzstraße gilt: Höherer Takt, Verspätungen adé!

Mit dabei: v.l.: Thomas Heilmann, Sanne Kurz, Gunda Wolf-Tinapp, Vaniessa Rashid, Sabrina Landes, Ursula Krusche, Christian Smolka, Leander Hirschsteiner, Herbert Danner.

 

Ausbau der S4-West

Stellvertretend für die Grünen in Aubing fangen einige BürgerInnen schon mal mit dem alternativen Spatenstich an. „Wider alle Vernunft wird am 5.4.2017 der „offizielle Spatenstich“ für die 2. Röhre stattfinden“, sagt Dagmar Mosch, Vorstandsmitglied im Ortsverband Aubing von B´90/Die Grünen.

„Für Jahrzehnte wird der Ausbau der S4 verhindert“, meint die Vorsitzende des Verkehrsausschusses im Aubinger Bezirksausschuss Karin Binsteiner.

Denn die Wahrheit ist, dass neben dem zweiten Stammstreckentunnel kein Geld mehr da ist – weder für den Ausbau der S4 West, noch für weitere dringende Infrastrukturmaßnahmen im Münchner ÖPNV-Netz!

„Und die Aubinger haben dann gleich zweimal Pech, da sie auf den barrierefreien Ausbau der Ortsverbindung von Alt-Aubing nach Neuaubing warten müssen, denn der hängt wiederum mit dem Ausbau der S4 zusammen“, meint Barbara Ney, Sprecherin des Runden Tisch Inklusion in Aubing.

Ob und wann die Landeshauptstadt München dieses Projekt vorfinanziert steht noch in den Sternen.

 

 

 

Takt 10 stadtnah, Takt 20 in der Region – ganztägig!

Auch der BUND Naturschutz München macht mit:

„Der Bau des Tieftunnels hat das Potential, zu einer der größten verkehrspolitischen Fehlentscheidungen der Nachkriegszeit in München zu werden. Die gravierenden Fehler in der Struktur des Münchner Nahverkehrs löst der Tieftunnel nicht. Wir brauchen den Ausbau zu einem flexiblen ÖPNV Netz. Die Fixierung auf die Innenstadt ohne Querverbindungen zwischen den einzelnen Linien wird betoniert. Wie schon in den letzten zehn Jahren, wird der Tunnel auch in Zukunft alle anderen viel notwendigeren Maßnahmen im Münchner öffentlichen Nahverkehr blockieren.“


Münchner Osten (Lkr. EBE, ER, RO) – Der Bedarf im Umland

Die Metropolregion München wächst und wächst. Beispiel Landkreis Ebersberg: Die Bevölkerung ist in den letzten 10 Jahren um über 10 % auf über 135.000 Einwohner*innen angewachsen. Das gleiche Wachstum wird auch für die kommenden Jahre prognostiziert. Statistisch ist auf mehr als jede*n zweite*n Ebersberger*in ein PKW zugelassen (Säuglinge, Kinder und Jugendliche miteingerechnet!).
Vor dem Verkehrskollaps rettet uns nur ein funktionierendes Gesamtkonzept, das zügig umgesetzt wird. Dazu gehört viel mehr als eine einzelne Riesenbaustelle im Münchner Zentrum, mit der frühestens 2026 eine Verbesserung kommt.

Unsere Forderungen wie schnelle Tangentenverbindungen (z.B. S-Bahn-Südring und den Nordring), zweigleisiger Ausbau der Außenäste der S-Bahn, Radschnellwege bis nach München und eine bessere Vernetzung (z. B. Umstiegsbahnhöfe zwischen S/U/Regionalbahn) sind deutlich schneller umzusetzen und viel preisgünstiger als die 2. Stammstrecke. Durch die enorm hohen Kosten dieser Einzelmaßnahme besteht die akute Gefahr, dass alle diese anderen Maßnahmen aus Kostengründen zurückgestellt werden – Maßnahmen, für die wir aber weiter kämpfen werden!

 

Ausbau der Außenäste der S-Bahn und Regionalzüge

 

30-Min-Takt bis in die Wasserburger Altstadt

Die 1. Bürgermeisterin von Grafing, Angelika Obermayr tritt gemeinsam mit grünen Stadt- und Kreisräten aus Ebersberg, Grafing und Aßling für einen durchgängigen 30 Minuten-Takt des „Filzenexpress“ bis Wasserburg zu den Hauptverkehrszeiten, die Wiederherstellung der Bahnstecke zwischen Reitmehring und der Altstadt von Wasserburg und die Elektrifizierung der gesamten Strecke bis Ebersberg ein.

 

 

 

Durchgängiger Takt 10/20 + zweigleisiger Ausbau für die S4

Die S-Bahn wird aber erst durch eine konsequente Ertüchtigung der Außenäste auf einen durchgängigen Takt 10/20 fit fürs 21. Jahrhundert. Deshalb fordern die Grünen im KV Ebersberg einen (zumindest teilweise) zweigleisigen Ausbau zwischen Ebersberg und Grafing Bahnhof, so dass sich der „Filzenexpress“ und die S-Bahn nicht in die Quere kommen. Zugausfälle und Verspätungen könnten schon bald der Vergangenheit angehören!

 

 

Viergleisiger Ausbau der Bahnstrecke bis Markt Schwaben

Die Grünen aus Ebersberg und Erding – hier mit der gemeinsamen Direktkandidatin für den Bundestag, Ami Lanzinger – begehen hier den gemeinsamen alternativen Spatenstich für den viergleisigen Ausbau der Bahnstrecke bis Markt Schwaben, so dass sich Regional- und Nahverkehr nicht mehr in die Quere kommen und eine höhere Fahrplantreue gewährleistet werden kann.

 

 

 

Durgängiger 20-Min-Takt bis Erding

Dringend angepackt werden muss auch der zweigleisige Ausbau der S-Bahn bis Erding für einen durchgängigen 20-Minuten-Takt sowie die zügige Realisierung des Erdinger Ringschlusses.

To be continued!

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