Patenschaften im KV GAP: Mitglieder gewinnen und einbinden

Am Anfang stand die Überlegung: wie können wir junge Menschen für Demokratie und Politik begeistern, wie können wir sie motivieren und an uns anbinden? Die Antworten auf diese Fragen sind komplex. Einen Lösungsgedanken haben wir dabei aufgenommen und bereits erfolgreich zum Einsatz gebracht.

Finanzielle Unterstützung für Neumitglieder in der Ausbildung

Denn ein Hindernis für junge Menschen zur aktiven Mitgliedschaft in einer Partei kann die Aufbringung des Mitgliedsbeitrags sein. Häufig sind Mitgliedschafts-interessierte junge Menschen noch Schüler oder Studenten und verfügen in der Regel über kein eigenes Einkommen. Da tut auch der Mindestbeitrag weh.

Um diesem Umstand entgegenzuwirken, hat der KV Garmisch-Partenkirchen im Mai 2017 ein Patenschaftskonzept beschlossen:

  • Neu-Mitglieder die noch in Ausbildung sind zahlen einen monatlichen Mitgliedsbeitrag von 2,- €.
  • Da der KV je Mitglied an LV und BV etwa 5,40 € abzuführen hat und der Mindestbeitrag im KV 6,- € beträgt, kann die Differenz von 4,- € monatlich durch Patenschaften ausgeglichen werden.

Die “Pat*Innen” können (müssen aber nicht) gleichzeitig Hilfestellung beim Einleben ins Parteileben liefern.

Durch eine Umfrage im Mitgliederstand wurde eruiert, wer eine oder mehrere Patenschaften übernehmen will und kann. Dabei konnte gewählt werden zwischen „nur Geldbeitrag“, „nur persönliche Begleitung“ oder beide Optionen. Die Resonanz ist durchaus positiv zu bewerten: etwa ein Drittel unserer Mitglieder hat sich zu einer Patenschaft bereit erklärt!

Bis heute, also in 6 Monaten, haben wir 4 Neumitglieder im Eintritts-Alter zwischen 17 und 26 Jahren auch mit Hilfe des Patensystems dazu gewinnen können.

Coaching zum Einleben in die Partei

Doch mit dem Mitgliedsantrag ist es nicht vorbei: Neumitglieder brauchen gerade am Anfang Unterstützung beim Einleben in die Partei. Das Coaching ist dem Coach und Coachee freigestellt ist, d.h. konkret, dass eben KEINEN Rahmen hat. Hier trotzdem ein paar Anregungen für die Patin bzw. den Paten, sie/er:

  • nimmt telefonischen Kontakt auf
  • erfragt Motivation, Interessen und besondere Fähigkeiten
  • macht passende Vorschläge (z.B. LAGen, Veranstaltungen, Ämter)
  • lädt zum gemeinsamen Besuch einer Veranstaltung (z.B. OV-/KV-Sitzung) ein
  • hilft dort bei den Einstiegshürden (die allgegenwärtigen Abkürzungen BDK, OV, LDK etc. erklären und Hintergründe liefern – gerne mit etwas Selbstironie),
  • ermutigt und berät bei Kandidaturen (z.B. Delegiertenwahlen)
  • fragt im Nachgang, was gefallen hat und was nicht
  • hört mehr zu, als er/sie selbst redet
  • entwickelt erste Projekte
  • uvm.

Und das sagen die Teilnehmenden

O-Ton Johanna S., Eintrittsalter 17: “Das Patensystem finde ich gut. Also zum einen ist ein Vorteil, dass man finanziell entlastet wird, da ich ja noch kein Einkommen habe. Ein weiterer Vorteil ist, dass man eben eine Person hat, an die man sich wenden kann und die einem auch hilft. Kommt man neu dazu und kennt noch niemanden, hat man direkt einen Ansprechpartner.

Und der Pate Thomas Wagner sagt: “Das Patensystem des KV GAP empfinde ich als eine in die Zukunft weisende Innovation. Der Gewinn ist in so einer so demokratisch breit aufgestellten Partei wie Bündnis 90/ Die Grünen stets eine rasche Verjüngung durch die Denkanstöße jüngerer Menschen und die Solidarität in der Partei. Das Patensystem hilft der Partei flexibler und kompetenter im Kampf für eine gesunde Umwelt, aber auch für Bürgerrechte in einer demokratischen Zivilgesellschaft zu werden.

Der Erfolg des Mitglieder-Zuwachses ist aber nicht nur dem Patensystem geschuldet. Vielmehr ist eine wesentliche Voraussetzung, dass die Vorstandsmitglieder des KV gemeinsam von der Notwendigkeit des EIGENEN Handelns überzeugt sind und der Wunsch nach Zugang von jungen Mitgliedern nicht nur ein WIRKLICHER Wille ist, sondern jeglichem Weg zum Ziel auch höchste Priorität eingeräumt wird!

 

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