Unrechtmäßige Räumung – Diskriminierung Missionsreisender!

Trotz einer Sondernutzungserlaubnis seitens der Stadt Ingolstadt wurden Mitglieder der Christlichen Zeltmission des Missionswerks Immanuel e.V. am Dienstag, 18.06.2019, aufgefordert, den Platz zu räumen.

Regelmäßig treffen sich die Mitglieder der evangelisch-freichristlichen Immanuel-Missionsgemeinde, um zu missionieren. Die Mitglieder der Gruppe wohnen und arbeiten im Raum Freiburg und verbringen ihren Urlaub als Missionsreise mit ihren Wohnmobilen. Der Veranstalter Daniel Kobi hat für die aktuelle Zeltmission eine Sondernutzungserlaubnis für die Grünfläche Nähe Onckenweg 3 von der Stadt Ingolstadt erhalten. Obwohl die Mitglieder der Missionsgemeinde gegen keine der Auflagen des Vertrages mit der Stadt Ingolstadt verstoßen haben, wurden sie nach Aussage des Vertragspartners Daniel Kobi am vergangenen Dienstag von der Stadt Ingolstadt aufgefordert, den Platz zu räumen. Diese Aufforderung erfolgte, nachdem die Verwaltung erfahren hatte, dass die Mitglieder der Missionsgemeinde zur Volksgruppe der Sinti gehören. Nach Berichten des Veranstalters Daniel Kobi seien die Mitglieder der Missionsgruppe „rassistisch behandelt“ worden mit der Absicht, sie vom Platz zu „verjagen“.

Zwischenzeitlich wurde auch Romeo Franz, Abgeordneter des Europäischen Parlamentes für Bündnis 90 / DIE GRÜNEN, von Herrn Kobi über den Sachverhalt informiert. Er kritisiert das Agieren der Stadt Ingolstadt: „Unbescholtene Bürger, die freie Christen sind, das Wort Gottes predigen, sich völlig korrekt verhalten und einen gültigen Mietvertrag mit der Stadt Ingolstadt geschlossen haben, wurden anscheinend aufgrund ihrer ethnischen Zugehörigkeit als Sinti von den Ingolstädter Behörden schwer diskriminiert. Vertragliche Rechte wurden ihnen abgesprochen.“

Dieses Verhalten der städtischen Verantwortlichen legt nahe, dass hier ein massiver institutioneller Antiziganismus vorhanden ist.“

Agnes Krumwiede, Vorsitzende des Bezirksverbandes Oberbayern von Bündnis 90 / DIE GRÜNEN ergänzt:
„Erst vor einigen Tagen fand in Ingolstadt das Treffen mit Gottesdienst im Münster der erzkonservativen Abtreibungsgegner*innen vom „Forum deutscher Katholiken“ statt. Außerdem vermietet die Stadt Ingolstadt ganz regelmäßig an die revisionistische zeitgeschichtliche Forschungsstelle Ingolstadt (ZFI). Aber eine Missionsgruppe der Sinti soll trotz Nutzungsvertrag von der gemieteten Fläche vertrieben werden. Aufklärung des Sachverhaltes durch die Stadt Ingolstadt ist dringend erforderlich, um den Verdacht auf institutionellen Rassismus abzuwenden.“

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